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Freitag, 18. September 2020

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    Gut Holz: Sechs Regeln für das Bauen mit einem Material, das immer beliebter wird

    Die Lebensdauer und die Wohnqualität eines Holzhauses lassen sich schon die Wahl des Holzes beeinflussen.

    1. Die passende Holzart wählen

    Resistenzklassen geben Auskunft, wie widerstandsfähig verschiedene Holzarten gegen Pilze und Insekten sind. Eiche, Robinie und Lärche gelten als besonders witterungsbeständig, wehren Schädlinge ab auf natürliche Weise und haben eine hohe Lebensdauer.

    1. Das Holzhaus fachgerecht planen

    Den größten Einfluss auf die Lebensdauer eines Holzhauses hat Feuchtigkeit – bei Dauerfeuchte modert und fault es. Daher wird das Bauholz im Werk auf die Umgebungsfeuchte getrocknet, in der es später eingebaut wird. Feuchtigkeits-Schwankungen schaden dabei nicht, wenn das Material aufgenommenes Wasser auch wieder ungehindert abgeben kann. Sollten doch einmal Bauteile feucht geworden sein, können sie getrocknet werden:

    • Schnittkanten abflachen
    • Wasser rasch ableiten über Gefälle
    • Holz belüften
    • Holzkanten benötigen eine Blechabdeckung
    • Holzstützen stehen auf Füßen aus rostfreiem Stahl oder Betonsockel, so wird direkter Erdkontakt vermieden
    • Horizontale Sperrschichten einbauen
    1. Das Holz konstruktiv schützen

    Vor allem die Fassadenbekleidung eines Holzhauses wird bei einer Holzfeuchte von über 20 Prozent von Pilzen angegriffen. Kurzzeitige Erhöhungen der Feuchte beeinträchtigen das Holzhaus jedoch noch nicht in seiner Lebensdauer. Während einer Regenperiode ist also noch keine Panik angesagt. Um das Holzhaus zuverlässig gegen Feuchte zu schützen, können Sie:

    • Die Fassadenschale hinterlüften und Lüftungsgitter am unteren und oberen Abschluss montieren – es hindert (je nach Maschenweite) Insekten und kleine Nagetiere daran, in den Hohlraum zu gelangen.
    1. Die Außenbauteile des Holzhauses beschichten

    Ein weiter Dachüberstand beschirmt Fassaden vor Regen und Sonne, Beschichtungen beziehungsweise Anstriche verlängern die Lebensdauer des Holzhauses zusätzlich. UV-Licht und Regen verändern die Holzbestandteile an der Oberfläche und färben sie grau, ein vorbeugender chemischer Holzschutz verhindert dies nicht. Für Außenwandbekleidungen und andere nicht tragende oder aussteifende Bauteile besteht auch keine baurechtliche Forderung für chemischen Holzschutz.

    Anstriche schützen das Holz zuverlässig vor Feuchte und UV-Strahlen, pigmentierte Lasuren oder Decklacke tun dies effektiver und länger als farblose Produkte. Die Beschichtung für sogenannte nicht maßhaltige Bauteile soll diffusionsoffen sein und schon vor der Montage aufgebracht werden. Holzprofis können grau oder silbern ausgebleichtem Holz den ursprünglichen Holzton zurückgeben: Sie schleifen die Oberfläche ab und gestalten sie mit Lasur oder Lack neu. Lasur pigmentiert die obere Holzschicht, Holzoptik und Struktur bleiben sichtbar. Lack bildet einen wasserfesten Film, der tief ins Holz eindringt und seine Natürlichkeit überdeckt.

    1. Die Bauteile des Holzhauses kontrollieren und warten

    Holz im Außenbereich sollte man alle sechs Monate prüfen. Bauherren können den Zustand sichtbarer Bauteile und Anschlüsse selbst begutachten. Wer ganz sicher gehen will, überlässt diese Arbeit sowie die Kontrolle des Holzhauses schwer zugänglicher Bereiche einem Zimmerer. Sie sparen teure, umfassende Renovierungsarbeiten, wenn Sie:

    • Die Abnutzung und Alterung des Naturbaustoffs Holz aufmerksam beobachten
    • Kleine Schäden zügig reparieren
    • Beschädigte Bauteile des Holzhauses sofort austauschen lassen
    • Die Wartungsintervalle chemisch geschützter tragender und/oder aussteifender Bauteile einhalten.
    1. Das Holz pflegen und reinigen

    Regelmäßige Reinigung verlängert die Lebensdauer des Holzhauses. Holz sollte allerdings schonend gesäubert werden, am besten mit einer mittelharten Bürste. Wo große Bäume auf dem Grundstück stehen oder starker Autoverkehr passiert, verschmutzt Holz eher als in luftigen Gärten und an wenig befahrenen Wohnstraßen. An Fassade oder anderen Bauteilen bildet sich ein Mikrofilm – ein idealer Nährboden, beispielsweise für Algen. Wer seinem Holzhaus mit einem üblichen Hochdruckreiniger zu Leibe rückt, durchnässt unter Umständen die Konstruktion und verursacht mit dem scharfen Wasserstrahl Schäden in nicht einsehbaren Bereichen. Zum Reinigen und Pflegen von Holz gibt es eine Vielzahl spezieller Produkte. Wenn Sie den Anstrich oder die Oberflächenbehandlung auffrischen, vermeiden Sie Materialwechsel – neuer Lack beispielsweise haftet nicht auf gewachstem Holz.

    Nachträglichen chemischen Holzschutz von tragenden oder aussteifenden Holzbauteilen sollten Sie mit Ihrem Zimmerer besprechen. Er berät über Notwendigkeit, Methoden und zugelassene Produkte – sie sind aufgeführt in einem Verzeichnis des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBt, das laufend aktualisiert wird.

    Nicht sichtbare Teile im Holzhaus, wie zum Beispiel Holzrahmen-Konstruktionen, kommen ohne jede Pflege aus. Sichtbare, rohe Hölzer im Innenbereich müssen Sie nur gelegentlich vom Staub befreien. Die Oberfläche gewachster, lasierter oder lackierter Stützen und Träger, Balken und Sparren behandeln Sie von Zeit zu Zeit, ebenso wie Holz-Bekleidungen. Beanspruchte Bauteile wie Treppen und Fußböden versiegeln Sie mit farbigen oder transparenten Lacken – sie werden wieder frisch mit speziellen Pflegemitteln. Türen, Tischplatten, Arbeitsflächen und weniger beanspruchte Holzböden genügt eine halbjährliche Behandlung mit Wachs oder Öl. Kleinere Kratzer bessert man aus mit Holzkitt.

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