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Sonntag, 19. September 2021
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    Nachhaltiger Grillen – Profi-Tipps von den Stahlburschen aus Düren

    Leckeres vom Rost

    Schmackhaftes Essen im Freien zubereiten: Das Grillen spricht gleich eine Vielzahl unserer Sinne an. Ein Gedanke kommt dabei aber häufig zu kurz: Warum sollte ich beim Grillen nur räumlich „naturnah“ essen? Wäre es nicht gerade schön und naheliegend, beim Genießen von Speisen in der Natur dieser ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Wir haben darüber stellvertretend mit Jens Claßen, Bernd Laufenberg und Torsten Strauch bei den Dürener Stahlburschen gesprochen. Die Stahlburschen sind echte Grillprofis. Neben dem Verkauf von hochwertigen Grillspezialitäten und -zubehör entwickeln sie sogar innovative Grills.

     

    Unser Lieblingsort-Redaktion: Was hattest du als Letztes auf deinem Grill?

    Torsten Strauch:

    Ein Dry Aged Eifel Black Angus Entrecôte, wird auch Zwischenrippenstück, Hohe Rippe oder im Englischen Ribeye-Steak genannt, das durch die Trockenreifung umso geschmacksintensiver wird. Allerdings bereite ich nicht mariniertes Fleisch liebend gerne auf unserem eigen entwickelten Oberhitzegrill zu. Durch die enorme Hitze von über 800 °C entwickeln sich die perfekten Röstaromen (Maillard-Reaktion) die einfach den absoluten Genussmoment ausmachen. Ein wenig Salz als natürlichen Geschmacksverstärker im Nachgang über das Fleisch, einfach perfekt! Dazu noch Bratkartoffeln mit Speck und Zucchinistreifen, die ich natürlich liebend gerne auf dem Grill zubereite.

    Wenn ich sowieso schon den Grill anschmeiße, dann möchte ich die Energie und Hitze auch für möglichst viele Speisen ausnutzen.

     

    Unser Lieblingsort-Redaktion: Das klingt ja lecker und vielseitig. Benötige ich dafür spezielles Equipment und was haltet ihr von Grillen mit Aluschalen oder Alufolie?

    Torsten Strauch: Das wäre nicht nachhaltig. Und von in Alufolie gewickeltem Grillgut rate ich generell ab: Bei den hohen Temperaturen gehen vor allem bei säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln Materialrückstände in die Speisen über. Zum Glück sind Wegwerfschalen und Folie beim Grillen auch überhaupt nicht nötig, selbst bei Beilagen nicht. Hierfür gibt es Grillschalen aus hochwertigem Gusseisen oder Edelstahl. Diese können beliebig oft wiederverwendet werden, sie sind formstabil und sehen schöner aus. Außerdem sind sie langlebiger und nachhaltiger als Einwegprodukte.

     

    Unser Lieblingsort-Redaktion: Habt Ihr noch weitere Nachhaltigkeitstipps für einen gelungenen Grillabend?

    Bernd Laufenberg:

    Es fängt mit der vollen Ausnutzung der Hitze des Grills an: Wie Torsten es bereits am Anfang erwähnt hat, bereiten wir gerne möglichst viele Menübestandteile auf dem Grill zu. Das macht das Grillen zwar erstmal nicht per se nachhaltiger, spart mir aber den vorherigen Gebrauch des Herds oder Backofens in der Küche.

    Und unter den Wegwerfprodukten ist bei mir nicht nur Alufolie tabu:

    „Ein Einweggrill kommt mir genauso wenig in den Garten wie Papp- oder Plastikgeschirr.“

    Unser-Lieblingsort-Redaktion: Und was ist mit dem Grillgut an sich? Auf was sollten wir achten?

    Bernd Laufenberg:

    Ich setze auf Qualität und ziehe ein regionales, gut abgehangenes Stück Eifel Black Angus, begleitet von einigen Gemüsebeilagen, immer einem Haufen von Discounterwürstchen vor.

    Für mich ist die Aufzucht, Tierhaltung und Fütterung entscheidend. Dies trägt nicht nur zum Geschmackserlebnis bei, sondern ist auch wesentlich nachhaltiger, als Massentierhaltung.

    Bei mir persönlich steht im Mittelpunkt:

    „Weniger ist mehr.“

     

    Zusätzlich gibt es auch zahlreiche, hierzulande weniger bekannte Schnitte zu entdecken, die sich köstlich grillen lassen, wie beispielsweise ein Flank Steak oder Teres Major.

    Wem Rindfleisch aber noch immer zu klimaschädlich ist, kann auch auf andere Fleischsorten ausweichen. Der Nackenkern (Presa) vom iberischen Schwein ist beispielsweise eine wahre Delikatesse.

    Ich würde also jedem Fleischesser raten, auch einmal die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Sorten außerhalb der gewohnten zu probieren.

    „Ein Tier besteht eben nicht nur aus Filet und Rumpsteak.“

    Wer darüber hinaus auch noch regional kauft und kein fertig zubereitetes Grillgut mit zweifelhaften Inhaltsstoffen auf den Rost gibt, tut sicher seinem Körper und der Umwelt etwas Gutes.

     

    Lieblingsort-Redaktion: Und wie sieht es mit den Beilagen aus?

    Jens Claßen:

    Beilagen sind mir super wichtig. Sie bringen nicht nur Abwechslung ins Essen, sondern machen das Menü auch ausgewogener. Wer sich auch mit regionalem und saisonalem Gemüse beschäftigt, der hat immer Abwechslung auf dem Teller.

    Und ein fleischfreier Grillabend ist nicht nur etwas für Vegetarier und Veganer. Wer sich ein ausgewogenes Menü zusammenstellt, muss weder auf Geschmack noch auf wesentliche Nährstoffe verzichten. Mit Salsa, Mais und Kidneybohnen gefüllte Champignons bringen auch eine ordentliche Portion Proteine auf den Teller. Und Grillkäse kann man auch in vielen Varianten zubereiten.

    „Auch hier gilt wieder: Ideenreichtum ist oft der erste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.“

    Unser-Lieblingsort-Redaktion: Das klingt so mega lecker, dass bestimmt niemand fertige Saucen aus dem Supermarkt vermissen würde …

    Jens Claßen: Allzu überaromatisierte Produkte mit Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern braucht sowieso niemand. Sicherlich schadet ein Spritzer solcher Saucen nicht gleich. Aber bei vielen Menschen haben Fertigsaucen bereits das Geschmacksempfinden so sehr geformt, dass sie das Gespür für natürliche Geschmäcker und Texturen verloren haben. Das finde ich schade.

    Auch hier kann jeder regional und saisonal vorgehen und vieles selbst machen. Wer bereits im Frühling die ersten Kräuter vom Balkon erntet, kann unter Zugabe von Pfeffer, Salz und Butter eine köstliche Kräuterbutter ganz einfach selbst herstellen.

    Im Spätsommer, wenn es heimische Zwiebeln gibt, lassen sich köstliche Rotweinschalotten hervorragend einkochen. Dazu einfach die Schalotten in etwas Öl andünsten, mit Rohrzucker karamellisieren und lange Zeit im Rotwein schmoren. Am Ende mit Salz und Pfeffer abschmecken. Heiß in sterile Gläser abgefüllt halten sich die Rotweinschalotten gekühlt einige Monate. Sie sind nicht nur richtig lecker zu Gegrilltem, sondern eignen sich auch toll als nachhaltiges Mitbringsel zur nächsten Grillparty.

     

    Unser-Lieblingsort-Redaktion: Vielen Dank für die tollen Tipps und auf zur nächsten Grillparty.

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