Wenn es für die Geborgenheit des Eigenheims eine treffende Metapher gibt, dann ist es die vom „Dach über dem Kopf“. Das klingt fast so, als ob alles andere im Zusammenhang mit dem Thema Wohnen zweitrangig wäre. Tatsächlich existierte das Dach bereits Jahrtausende, bevor es Häuser gab. Ob Neandertaler oder der frühe Homo sapiens – zum Schutz gegen die Witterung errichtete man Bedachungen aus Grünzeug und geschälten Baumstämmen. Oder man flüchtete sich unter Höhlendächer, auch wenn das eher die Ausnahme war. Noch heute bestehen die Wohnhütten auf klimabegünstigten Südseeinseln in erster Linie aus einem über mehrere Holzpfähle ausgebreiteten Strohmattendach.

Das Dach über dem Kopf darf getrost als älteste bauliche Maßnahme der Menschheit angesehen werden. Das hat sich tief in die Psyche eingegraben. Das Dach muss halten, egal was passiert; es darf nicht lecken, es darf kein Loch aufweisen, und kein Fremder sollte es wagen, uns aufs Dach zu steigen!

Nur dass sich die Dachbauweisen mit der Zeit verändert, vervielfacht und verkompliziert haben. Die Frage nach der Dachform ist für die bauwillige Familie eine ganz wichtige; und auch für den Käufer mag sie, neben anderen Erwägungen, bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Wir kennen Mansardendächer, Walmdächer, Satteldächer, Flachdächer. Und manch andere. Die Unterschiede sind so groß, dass sie das Erscheinungsbild eines Hauses prägen. Zudem entscheidet die Dachform über Nutzungsmöglichkeiten. Wer das Dach ausbauen und als Wohnraum nutzen möchte, benötigt Höhe und Licht. Für Ersteres sorgt ein Steildach, für Letzteres sorgen Dachflächenfenster oder Dachgauben. Bautechnisch aufwändig sind Dachloggia und Dachterrassen, aber für viele Leute gleichbedeutend mit einem Rückzug in die Privatheit, gewissermaßen das i-Tüpfelchen über dem Haus. Auf einem Flachdach sind Solaranlagen nur über Trägergerüste zu installieren, und mediterrane Zeltdächer erlauben den Ausbau des Dachgeschosses überhaupt nicht.

Ob flach oder steil, damit das Dach des Hauses seinen Bewohnern (und übrigens auch der gesamten Hauskonstruktion unterhalb des Daches) Schutz bietet, setzt es sich nach einem ausgeklügelten, bewährten System aus vier Elementen zusammen: Grundkonstruktion, Innenverkleidung, Dämmung und Dacheindeckung.

Die Grundkonstruktion gibt das Erscheinungsbild vor, also die erwähnten Varianten von Steil- oder Flachdach, von Sattel- oder Walmdach. Die Dämmung ist ein Kind unserer Zeit, ältere Gebäude besitzen zumeist keine Dachdämmung. Nach Innen ist die Dämmung durch eine sogenannte Dampfbremse abgeschlossen. Sie schützt den Dämmstoff im Gebäude vor Feuchtigkeit und verhindert, dass der Wasserdampf aus den Untergeschossen in die Dämmung gelangt. Die Dampfbremse wird an der warmen Innenseite eines Gebäudes verbaut. Auf der Außenseite der Dachkonstruktion werden in den allermeisten Fällen eine Unterspannbahn und eine Lüftungsebene verlegt, dann erst folgt die Dacheindeckung.

Über ein schlecht oder gänzlich ungedämmtes Dach entweichen bis zu 30 Prozent der Wärme eines Hauses.

Kein Wunder, dass an dieser Stelle die EnEV, die Energieeinsparverordnung, einschreitet und Hausbesitzern vorschreibt, ihr Dach zu dämmen. Das kostet pro Quadratmeter Dachfläche ab 30 Euro aufwärts.

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