Ein Blick ins Internet genügt, um einer alten Bekannten zu begegnen, der Frage nämlich: Massivhaus oder Fertighaus? Die Frage wurde auch schon vor zwanzig, dreißig und vierzig Jahren gestellt, und aus der Beharrlichkeit ihrer Existenz sollte unter keinen Umständen geschlossen werden, dass es eine letztgültige Antwort gäbe. Standard sind beide Bauweisen. Ihr prozentualer Anteil am Eigenheimbau im Kreis Düren schwankt, und wenn sich überhaupt etwas Grundsätzliches zum Thema Massivhaus und Fertighaus sagen lässt: Die Geschmäcker der Bauherren sind verschieden. Wer sein Haus langsam wachsen sehen will, sollte massiv bauen lassen. Wer unter Zeitdruck steht, ist mit einem Fertighaus besser bedient.

Traditionalisten werden es vermutlich eher mit dem Massivhaus halten. Allein schon die physikalische Masse der Steine sorgt bei Fluglärm und Unwetter für ein gewisses Maß Abschottung. Massivbauten wird nachgesagt, dass sie sturmverwehtem Streugut (Bäume, Zäune, Metall) entschlossener die Stirn bieten als andere Baumaterialien und selbst einem nicht übermäßig schweren Erdbeben trotzen.

Ein anderes Argument dürfte allerdings mehr ins Gewicht fallen: Mancher Kaufinteressent billigt dem Massivhaus einen höheren Wert als gebrauchten Fertig- oder Holzhäusern zu. Statistisch gesehen, erzielen Massivhäuser beim Wiederverkauf höhere Preise.

Besonders in Gestalt von Ziegelhäusern, oft mit farblich kunstvoll hervorgehobenen Verfugungen, gehört das Massivhaus auch im 21. Jahrhundert zu den beliebtesten Bauwerken in Deutschland. Das Statistische Bundesamt weist aus, dass gut 30 Prozent aller Neubauten von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Ziegeln gebaut werden. Je höher im Norden, desto größer die Ziegelfreudigkeit. Ton und Lehm sind die Ausgangsstoffe für den Ziegel. Bei Energiesparziegeln werden dem Ton übrigens entweder Sägemehlspäne oder Papierspäne beigemischt. Wenn diese im Ofen verbrennen, entstehen feine Luftporen.

Die Vorteile der Massivbauweise, zusammengefasst: Stabilität, Schallschutz, sehr tragfähige Wände, oft hoher Wiederverkaufswert.

Beim Fertighaus werden die Bauelemente in Fabriken vorgefertigt. Holzständer- und Skelettbauweisen sind üblich, das heißt, es wird ein für die Statik maßgeblicher Rahmen erstellt, in welchen die Baumaterialien zur Wärme- und Geräuschdämmung gefüllt werden. Eine solche Standardisierung der Herstellung ermöglicht Zeitgewinn und bietet überdies ein großes Sparpotenzial. Ist die Baustelle eingerichtet und die Bodenplatte gegossen, steht der Rohbau binnen weniger Tage, sodass der Innenausbau in Angriff genommen werden kann.

Bei aller Standardisierung der Einzelelemente gibt es kaum einen Haustyp, der für Fertigbauweise ungeeignet wäre. Ob Schwedenhaus oder Villa im Toskana-Stil, ob Bungalow, Mehrfamilienhaus oder Fabrikhalle – es lässt sich alles umsetzen, auch wenn man sich gegebenenfalls nach einem spezialisierten Anbieter umsehen muss.

Die Vorteile beim Fertighaus, zusammengefasst: günstige Preise, kurze Bauzeit, sehr wahrscheinlich auch ein pünktlicher Einzug.